Fàilte gu Gàidhealach
© Text und Fotos I.R., Karten Google Maps und Wikipedia, erstellt 2023
Unterkünfte und Essen - Grundsätzliches Die Highlands sind - zumindest auf dem “Festland” und auf Skye - perfekt auf Tourismus eingestellt. Das bedeutet, es gibt praktisch überall, außer in den ganz kleinen Ansiedlungen ohne Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte aller Preisklassen, vom einfachen Bed & Breakfast über selfcatering Cottages und Apartments bis zum komfortablen Hotel. Aber man kann sich nicht darauf verlassen, jederzeit ein Bett zu kriegen: Schottland ist (wie heißt es so schön?) mega-in, schlicht und einfach voll. Vor allem die Highlands sind von Mai bis zumindest Ende September praktisch ausgebucht. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, einen Urlaub in den Highlands gründlich zu planen und die Unterkünfte im vorhinein zu bestellen - und zwar wenigstens drei oder vier Monate vorher. Es gibt eine Menge Anbieter, viele auch privat mit eigenen Websites, nicht nur Booking.com oder Tripadvisor. Auf meinen Linkseiten gibt es etliche Links zu soliden Anbietern. Buchungen sind gewöhnlich einfach, genau wie auch in anderen zivilisierten Ländern. Auch wenn man über einen großen Anbieter, wie Tripadvisor etc bucht, ist es eine schöne Geste, ein paar Worte über sich selbst einzufügen. Die Schotten sind im allgemeinen sehr gastfreundlich, sehr offen und aufgeschlossen. Allerdings sind viele Gastgeber im Tourismus inzwischen keine Schotten, sondern pensionierte Engländer, die sich in der Rente ein neues Standbein geschaffen haben (und ihre Kredite über die Einnahmen aus Vermietung abzahlen). Freundlich, hilfsbereit und nett sind sie alle, aber nicht alle Engländer haben sich von der Unkompliziertheit der Schotten anstecken lassen. Wie schon erwähnt, gibt es im Binnenland der Highlands aus historischen Gründen nur ganz wenige Orte. Die meisten Ansiedlungen befinden sich an den Küsten, meist aber nur kleine Ortschaften mit gerade mal 100 oder 200 Einwohnern. Die meisten, “village” gennanten Ansiedlungen sind Streusiedlungen, das heißt, die Häuser sind über große Landstriche verstreut. Die Ursache ist die Entstehung dieser Orte: Es sind eigentlich einzelne Gehöfte mit Weideland, das als Weidegemeinschaft genützt wurde. Ein extremes Beispiel dafür ist die Halbinsel Stoer, aber auch Abriachan oberhalb von Loch Ness gehört dazu, ebenso Invergarry und noch viele andere. Das führt dazu, daß Postamt, Schule und Kirche meist ganz einzeln irgendwo im Nirgendwo zu finden sind - total überraschend für Mitteleuropäer. Und wo kriegt man was zu Essen? In den Städten gibt es Hotels, Restaurants, Bars, Cafes, Pubs etc. und man erhält überall mittags, gewöhnlich ab 12.00 Uhr, einen reichhaltigen Lunch. In größeren Orten auf dem Lande findet man auch immer wieder einen netten Inn (Gasthof). In den winzigen Küstenorten gibt es meist einen Tearoom (oft mit angeschlossenem Laden), da ist das Angebot allerdings recht eingeschränkt. Oder man findet eine Community Hall mit einem Cafe oder Tearoom, wenn die geöffnet haben, gibt es auch hier einen einfachen Lunch. Diese Lokale sind gewöhnlich sehr einfach, aber die Menschen sind ungemein freundlich und nett und das Essen ist gut. Das Essen in Schottland ist sehr schmackhaft. Man findet bei genauerem Hinsehen den Einfluß Frankreichs in der schottischen Küche: die Verwendung von Gewürzkräutern ist ganz normal und allgemein gebräuchlich. Ach ja, und der vielgeschmähte Haggis ist eine Delikatesse. Man ißt ihn in vielerlei Form, auch als Füllung für Huhn - aber am besten schmeckt mir immer noch die traditionelle Kombination: Haggis, Neeps and Tatties: Haggis, Rüben und Kartoffeln. Wer heute noch sagt, daß Haggis schrecklich ist, der hat das blind abgeschrieben und noch keinen gegessen. Aber die schottische Küche hat viel mehr aufzubieten als Haggis und Fish and Chips - ausprobieren! Sogar die Suppe im Tearoom der Community Hall schmeckt würzig und delikat! Und wenn es danach noch Scones gibt …. hmmmmmmmm! Also - suche dir ein nettes Lokal und probiere - aber wundere dich nicht, wenn du hinterher so satt bist, daß du dich nicht mehr bewegen magst - die Portionen sind meist riesig! Und die Preise? Sehr moderat. Etwa gleich wie bei uns, allerdings in Pfund, also immer noch eine Spur höher. Das schottische Frühstück ist nicht zu Unrecht weltberühmt. Für kleine Esser ist es nicht zu bewältigen und wenn Jemand nicht gern viel frühstückt, sollte er die Finger davon lassen. Dann sollte er sich nur Toast bestellen, denn Marmelade und Butter sind sowieso immer auf dem Tisch. Oder Eier, die macht jede Hausfrau, jeder Koch. Also, was gehört dazu? Erst einmal Porridge - Haferflockenbrei (wahlweise in Wasser oder Milch gekocht) mit eingemachten Früchten und Honig oder Sirup, danach ein Teller vollgeladen mit: einem Ei, gebraten mindestens einer Scheibe Schinken oder Schinkenspeck einer Scheibe Black Pudding - das ist eine Art gebratene Blutwurst, schmeckt köstlich, manchmal ist auch White Pudding dabei, von dem bin ich nicht begeistert, ist mir langweilig Baked Beans - gekochten Bohnen in Tomatensauce sautierten Pilzen einem Tattie Scone - einer Art Kartoffelpuffer gebratenen Tomatenhälften, meist mit Käse überbacken und natürlich mindestens einem Frühstückswürstchen, die in Schottland würzig sind, anders als in England. Außerdem wird gewöhnlich Joghurt angeboten und eingemachte Früchte und Honig und Marmelade, Fruchtsäfte etc. Dazu wird frisch gerösteter Toast serviert. Wer da nicht satt wird, dem ist nicht zu helfen! Und das Frühstücksgetränk? Kaffee oder Tee, wobei der Kaffee wirklich gut ist und der Tee sowieso eine Freude. Irgendwo in Schottland haben wir den Spruch gelesen: “We are not Paris or Rome or Wien but we have a coffee culture!” Und das stimmt! Also: lasse es dir gutgehen in einem der netten B&B’s oder einem netten Hotel und genieße deine Mahlzeiten, vom Scottish Breakfast über einen netten kleinen Lunch bis zum großen Dinner.
LENSFLARE
© Text und Fotos I.R., Karten Google Maps und Wikipedia, erstellt 2023