Clans sind erweiterte Familienverbände zur gegenseitigen Unterstützung und Verteidigung. Sie waren eine Art Versicherungssystem, das die Versorgung der Alten und Kranken garantierte und organisierte und in Kriegszeiten gemeinsam das Clanland verteidigte (oder auf Eroberung ausging). Jeder Clan mit einem Mac im Namen führte seine Abstammung auf einen mehr oder minder sagenhaften Ahnherrn zurück, denn Clan kommt von gaelisch Clann, Kinder.
Geleitet wird der Clan vom Clanchief, dem seit altersher diverse Pflichten oblagen: die Verwaltung und Aufteilung des claneigenen Landes an die Mitgliedsfamilien, die Sicherung der Alters- und Krankenversorgung, die Rechtsprechung und die Anführerschaft in Kriegszeiten. Ihm unterstanden die Chieftains der einzelnen Familien des Verbandes. Der Clanchief wird gewählt, meist der Sippenälteste. Er besitzt das Clanland nicht, er verwaltet es und teilt es den einzelnen Familien zu.
Allerdings ist seine Macht unbegrenzt, solange der Clan ihn nicht abwählt.
Seit der Schlacht von Culloden und der Zerschlagung der Clans und die Einführung des Feudalsystems durch die siegreichen Engländer hat das Clansystem seine Bedeutung verloren, trotzdem fühlt sich der Schotte immer noch einem Clan zugehörig.
Es gibt in Schottland mehr als 400 Clans, einige davon auch ohne Clanchief. Alle aber haben ihr Wappen und ihre Farben. Eine Auflistung der Clans findet ihr hier und hier. Die Karte rechts zeigt die Verteilung ihres Landes.
Apropos Farben. Das bringt uns zum Thema Tartans.
Tartan bedeutet Muster. Seit altersher webten die schottischen Frauen ihre Muster mit selbst gefärbter Wolle und gewähnlich waren es Karomuster. Daraus entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte besonders beliebte Familienmuster und -farben. So wurde der Tartan geboren, der besonders in den Highlands eine gewisse Bedeutung erhielt. Später breitete sich das auch über das gesamte Schottland aus. Heute erkennt man die Clans schon an ihren Mustern - Tartans (sofern man darin bewandert ist).
Auch wenn die Traditionen der Schotten durch das lange Verbot nach der Schlacht von Culloden an Bedeutung verloren haben und erst wiederentdeckt werden mußten - für den Tourismus sind sie, wie ihre Burgen, tatsächlich wichtig. Wer liebt nicht die Highland-Games mit ihren Teilnehmern in Kilts?

